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 SPD/UWG-Gruppe fragt nach: Führt Corona-Krise zu mehr häuslicher Gewalt?

Durch eine bereits im Juni veröffentlichte Studie ist bereits bekannt, dass Quarantäne und Kontaktbeschränkungen in Corona-Zeiten zu häuslicher Gewalt geführt haben. Wie sich dies konkret im Landkreis und in der Stadt Osnabrück auswirkt, weiß Maria Meyer, Mitarbeiterin der Frauenberatungsstelle in Osnabrück zu berichten. Der Arbeitskreis Soziales der SPD/UWG-Gruppe im Kreistag hat sie zu den veränderten Bedingungen bei der Hilfestellung für von Gewalt bedrohten Frauen befragt: „Wir waren vor Corona schon ausgelastet,“ so Maria Meyer, „jetzt gibt es Situationen in der Beratung, da haben wir oft die Grenze des Belastbaren überschritten. Es sind einfach zu viele.“ Auch die Frage nach ausreichenden Frauenhausplätzen wurde bei dem Gespräch erörtert. Die beiden anwesenden Vorstandsmitglieder des Frauenhauses Osnabrücker Land e.V., Sarah Tameling und Karin Ellebrecht sehen das vor einem Jahr eingeführte Ampelsystem nicht für zweckmäßig, um den tatsächlichen Bedarf abzulesen. „Sobald wir eine 2-3-Zimmerwohnung für eine 24/7-Sofortaufnahme angemietet haben, würde die Auslastung dieser Wohnung einen konkreten Bedarf aufzeigen. Wenn diese Wohnung auch noch barrierefrei wäre, um so besser.“ Sowohl Maria Meyer als auch die sozialpolitische Sprecherin der SPD/UWG-Gruppe Anne Christ-Schneider lobten das vorgestellte Konzept und sagten beide ihre Unterstützung zu. Eines ist auf jeden Fall durch das Treffen deutlich geworden: Viele Maßnahmen und Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verschärfen Missstände im Bereich häuslicher Gewalt. Darüber hinaus braucht die Frauenberatungsstelle dringend mehr Personal.

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