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 Fachgespräch zu Auswirkungen der Corona-Krise auf Fälle häuslicher Gewalt – SPD-Kreistagsfraktion spricht sich trotz Haushaltssperre gegen Mittelkürzungen in diesem Bereich aus

Während der zurückliegenden Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wuchs die Sorge bei den SPD-Kreistagsabgeordneten, dass Frauen und Kinder verstärkt unter häuslicher Gewalt leiden könnten. Die Vorsitzende des Sozialdienstes Katholischer Frauen (SKF) in Bersenbrück, Dr. Jutta Brockhage und die Fachdienstleiterin Soziales des Landkreises Osnabrück, Anja Fels, gaben während eines Informationsgespräches im Kreishaus dagegen Entwarnung. „In den ersten vier Monaten (Januar - April 2020) hat es im Vergleich zu 2019 in der Beratungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt (BISS) keine Erhöhungen gegeben“, so Anja Fels. Jutta Brockhage berichtet zudem ergänzend, dass einmal im Januar und einmal im März aufgrund zu hoher Belegung eine Frau mit sieben Kindern und eine Frau mit zwei Kindern nicht aufgenommen werden konnten. Allerdings konnte mit Hilfe des im vergangenen Jahr in Niedersachsen eingeführten Ampelsystems die Suche nach einem passenden Frauenhausplatz erleichtert werden. „In Abstimmung mit der Kreisverwaltung konnten wir früh auf die Corona-Krise reagieren und Abstands- und Hygieneregeln umsetzen“, erläutert Jutta Brockhage weiter. Derzeit stehe die Ampel des Frauenhauses Bersenbrück auf gelb. Dies sei allerdings nur eine Momentaufnahme, da tagtäglich eine Aktualisierung erfolge. Dennoch sei die Befürchtung nicht ganz unbegründet, dass mit einem Anstieg von Beratungsgesuchen zu rechnen sei, so Anne Christ-Schneider, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Kreistagsfraktion. Eventuell meldeten sich die Hilfesuchenden etwas zeitversetzt. Was auf keinen Fall eintreten dürfe, so die SPD-Kreistagsabgeordneten unisono, wäre eine Kürzung der Mittel aufgrund der Haushaltssperre in diesem Bereich. Erst im März dieses Jahres wurde im Kreistag beschlossen, dass die Unterstützung der Frauenberatungsstelle Osnabrück e.V. für die Beratung und Begleitung geflüchteter Frauen bei häuslicher und sexualisierter Gewalt mit 20.000 € p.a. um 2 Jahre bis 2022 verlängert wird. Außerdem wurde die finanzielle Förderung des Pilotprojektes „Nachgehende Unterstützung von Kindern, die häusliche Gewalt erfahren haben“ für die Jahre 2020 bis 2024 mit jährlich 11.900 € vom Kreistag verabschiedet.

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